Wissenswertes - Kosten/Gebühren

Häufig bekommen wir Anfragen per Telefon, Leute informieren sich „Was kostet bei Ihnen die Impfung eines Hundes, die Kastration einer Katze, HD-Röntgen beim Hund?“.

 

Dazu muß man zuerst einmal wissen, wie sich der Preis einer Leistung errechnet.
Tierärzte sind in der Gestaltung ihrer Preise nicht frei, sondern gebunden an die „Gebührenordnung für Tierärzte“, kurz GOT. Diese regelt die Entgelte für tierärztliche Leistungen einschließlich der Preise für die vom Tierarzt angewandten Arzneimittel.
Nach der GOT darf der Tierarzt Gebühren für seine Leistungen, Entgelte für Arzneimittel und Verbrauchsmaterialien, sowie Barauslagen (z.B. Portokosten oder Kosten für Untersuchungen im Fremdlabor) liquidieren.

 

Innerhalb der GOT muß der Tierarzt innerhalb des ein- bis dreifachen Gebührensatzes abrechnen. Dabei sind die besonderen Umstände jedes einzelnen Falles, die Schwierigkeit der Leistungen, der Zeitaufwand sowie die örtlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Eine Unterschreitung des Einfach- als auch eine Überschreitung des Dreifachsatzes ist unzulässig.

 

Diese Vorschrift dient einerseits dem Schutz des Tierhalters vor unvorhersehbaren Gebührenhöhen, als auch zur Bekämpfung der Tendenz zu unzulänglich ausgestatteten Tierarztpraxen, die nicht in der Lage sind, Leistungen mit der erforderlichen Sorgfalt zu erbringen.

 

Für jede einzelne Leistung des Tierarztes gibt es einen GOT-Punkt, z.B. Injektion, Untersuchung einzelner Organsysteme, Verband anlegen, Blutuntersuchungen, aber auch Narkose, sowie alle Operationen.
Daraus ergibt sich, daß es keine „Pauschalpreise“ gibt, sondern der Endpreis der Leistung zum großen Teil vom erforderlichen Aufwand abhängt.

 

Veranschaulichen wir es am Beispiel der Kastration einer Kätzin:

 

GOT-Position Leistung
20g Allgemeine Untersuchung zur Überprüfung der Narkosefähigkeit
504 ba Einlegen eines Venenkatheters
Z.4.3 e Injektionsnarkose
G 5.4 b Kastration einer Katze weiblich
504 aa Injektion eines Schmerzmittels
§§ 1 u. 8 Entgelt für angewandte Arzneimittel, Anästhetika,Verbrauchsmaterialien (sterile Abdecktücher, Venenkatheter,sterile Handschuhe, steriles chirurg. Nahtmaterial)

 

Nicht zu vergessen kommt am Schluß noch die Mehrwertsteuer dazu.
Wenn man also zwei Preise für die Kastration einer Kätzin vergleicht, muß man die Einzelleistungen vergleichen, und nicht den Endpreis!

 

Wo könnte man Kosten sparen?
Man legt keinen Venenkatheter ein, sondern spritzt die Narkose in den Muskel. Das macht die Narkose schlecht steuerbar. Wenn das Tier das Narkosemittel schlechter verstoffwechselt, wird die Narkose gefährlich tief, bei schnellerer Ausscheidung wird das Tier wach, bevor der Eingriff beendet ist. Bei Zwischenfällen besteht keine Möglichkeit einzugreifen, da der Kreislauf zusammenbricht und kein Zugang zur Vene vorhanden ist.
Zweitens könnte man auf die Injektion des Schmerzmittels verzichten.

 

Eine Kastration ist eine Bauchhöhlen-OP, dieser Eingriff ist für die Katze schmerzhaft, auch wenn Katzen Schmerzen kaum äußern, heißt es nicht, sie empfinden keine. Wie würde die Katze entscheiden, wenn sie könnte?
Weiteres Sparpotential bieten noch die Verbrauchsmaterialen: keine sterilen Handschuhe, nur einfache Einmalhandschuhe, kein Abdecktuch, um das sterile OP-Feld mit eröffneter Bauchhöhle vom Fell abzugrenzen, OP-Instrumente nur waschen, nicht sterilisieren.

 

Wie man also sieht, bedeutet Kosten sparen in diesem Fall direkt, an Sicherheit oder Komfort für das Tier, und damit am falschen Ende, zu sparen.
Wir haben uns entschieden, die bestmögliche tierärztliche Leistung auf hohem Niveau mit optimaler Versorgung der Tiere anzubieten. Gerade die Sicherheit steht dabei im Vordergrund. Daß diese Variante finanziell etwas aufwendiger ist, ist aus oben genannten Gründen klar, doch der Mehraufwand lohnt sich für ihr Tier auf jeden Fall, wie Sie z.B. an kürzeren Erholungszeiten nach chirurgischen Eingriffen sehen können.

 

Oft ist die zuerst teurer erscheinende Variante im Endeffekt sogar die kostengünstigere, wie z.B. bei der Backenzahnkorrektur beim Kaninchen. Wir führen diesen Eingriff nur mit Sedation des Tieres durch, um Verletzungsrisiken durch Abwehrbewegungen, Streß und Schmerz für das Tier zu minimieren, und um sorgfältig arbeiten zu können. Dadurch wird es vermeintlich teurer, aber ohne Sedation gekürzte Zähne müssen meist viel häufiger gerichtet werden, so daß im Endeffekt die „teurere“ Variante doch günstiger ist!

 

Um konstant hohe Leistungen zu erbringen, braucht man eine entsprechende Ausstattung der Praxis mit Geräten (Röntgenapparat, Dentalröntgengerät, Mikroskop, EKG, Narkosemonitore, OP-Instrumente, Sterilisatoren u.v.m.). Aber auch ständige Fortbildung durch Besuch von Veranstaltungen und immer neueste Fachliteratur, um mit der enormen Entwicklung, die auch die Veterinärmedizin in den letzten Jahren genommen hat, Schritt zu halten.
Wir sind immer bemüht, Ihnen die bestmögliche tiermedizinische Versorgung zum optimalem Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten.

 

Wer rein nach dem billigsten Anbieter sucht, zahlt letztendlich den höheren Preis. Das höchste Gut Ihres Tieres ist dessen Gesundheit.